10 überzeugende Argumente, sich auf ein Abenteuer in Indien einzulassen

Aufgrund meiner Tätigkeit im Tourismus treffe ich jährlich auf Hunderte von Reisenden in Indien. Die meisten sind Hobby- Reisende und haben schon viele Länder, besonders im asiatischen Raum, bereist.

Ich war positiv überrascht, dass viele von ihnen Indien als ihr „Lieblingsreiseland“ auserkoren haben und meinten, sie hätten hier die schönsten Erlebnisse und die beste Zeit gehabt.

Auch ich lebe und reise schon während der letzten 5 Jahre in diesem einzigartigen Land und genieße jeden Moment in jedem Winkel des großen Subkontinents.

Hier findest du die 10 besten Gründe dafür, deine nächste Reise nach Indien zu planen!

Schlangebeschwörer in Indien
Indien ist ein wunderschönes Land, in dem man manch überraschende Bekanntschaften machen kann. Foto: (c) istock.com/zgr_pro

1. Kulturelle Vielfalt genießen

Indien ist ein riesengroßer Sukontinent. Auf seinen 3,3 Mio. km² tummeln sich 1,2 Milliarden Inder verschiedenster Herkunft, Religion und Kultur. Jeder der 39 indischen Staaten ist komplett verschieden von seinen Nachbarstaaten und reist man von einen Staat zum nächsten fühlt man sich wie in einem neuen Land mit anderer Sprache, Kleidung und Bräuchen.

Indien ist ein sakraler Staat, in dem die vier großen Religionen Hinduismus, Buddhismus, Jainismus und Sikhismus entstanden sind. Daneben erhielten in Folge von Eroberungen und Handel auch der Islam, das Christentum und das Judentum Einzug.

Taj Mahal in Indien bei Sonnenuntergang
In Indien trifft man auf Sakralbauten verschiedenster Religionen – das Taj Mahal ist eines der bekanntesten Bauwerke. Foto: (c) istock.com/mammuth

Für mich ist es ein großes Geschenk, mit Menschen der verschiedensten Religionszugehörigkeiten zu leben und ihr Leben mit dieser Religion kennenzulernen.

Inder sind großartig im Teilen und so freuen sie sich auch darüber, andere an ihrer Religion teilhaben zu lassen.

Egal welcher Religion die Menschen des Subkontinents angehören, alle üben sie mit großer Inbrunst und Liebe aus. Die Religionen spielen eine große Rolle im Alltag der Menschen und oft ist es kein Zufall, dass man als Tourist von einem religiösen Fest zum nächsten Ritual stößt.

Auf das Christentum trifft man vor allem in Kerala mit seinen großen Kirchen, in Old Delhi und Kaschmir lernt man freundliche Muslime kennen, in den Himalaya-Regionen Ladakh, Himachal und Sikkim wird man herzlich von den liebenswürdigen Buddhisten aufgenommen, einige von ihnen sind Flüchtlinge aus Tibet. Reist man nach Amritsar und wohnt im goldenen Tempel der Sikhs, so lernt man die Großherzigkeit der Turbarnträger kennen, denen es nicht erlaubt ist, Körperhaare zu schneiden.

Der Hinduismus ist im gesamtem Land verteilt und man erkennt schnell, dass auch er, je nach Ort, ganz unterschiedliche Ausrichtungen haben kann.

Für mich ist es eines der faszinierendsten Erlebnisse, all diese Menschen mit ihren verschiedenen Religionen kennenzulernen.

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2. Das beste Essen der Welt

Selbst wenn man keine andere Motivation hat nach Indien zu Reisen, das indische Essen sollte Grund genug sein, die Reise zu wagen!

Besonders für Vegetarier ist Indien ein Paradies. Knapp 80% der Inder ernähren sich vegetarisch – und sie haben es verstanden, raffinierte und abwechslungsreiche Gerichte aus den verschiedensten, für uns sogar aus teilweise unbekannten, Gemüsesorten zu zaubern. Dafür werden viele verschiedene Gewürze geschickt miteinander kombiniert.

Auch Linsengerichte sind hier sehr beliebt. Daneben gibt es natürlich auch tolle Lamm- und Hähnchengerichte. Vor allem Muslime, Christen und die Menschen in den Bergregionen lieben Fleisch. Es wird in feinen Saucen mariniert und dann sanft im Ofen gebacken, oder als Curry in würzigen Saucen serviert.

Curry in Indien
Neben Curry-Gerichten gibt es in Indien noch jede Menge andere köstlichen Speisen. Foto: (c) istock.com/helenecanada

Viel Fisch gibt es in den Küstenregionen, dazu wird Reis oder eines der verschiedenen Fladenbrote serviert.

Ich liebe es, mich durch die verschiedenen Küchen der unterschiedlichen Staaten zu probieren. Manchmal gehört auch etwas Mut dazu, da man aus den Speisekarten kaum versteht, was später auf dem Teller landen wird.

Meine Favoriten sind die Gemüse-Currys aus Nordindien mit dem indischen Paneer-Käse. Ich liebe Naan-Brot und Hähnchen aus dem Tandoor mit einem leckeren Minze-Dip. Die herzhaften Dosas (Pfannkuchen gefüllt mit Kartoffeln) aus Südindien haben es mir besonders angetan.

Auch beim Essen ist es so, dass die Küchen je nach Staat, Region und Religion ganz unterschiedlich sein können.

Daneben gibt es in Indien köstliches Obst, das man frisch an jeder Straßenecke bekommt. Unter ihnen die verschiedensten Mango-Sorten, Ananas, Litschis, die exotischen Jackfrüchte, Kokosnüsse, Melonen und und und…

3. Wahnsinnig nette Menschen kennenlernen

Ja, in den Medien hört man meist nur über indische Männer, die junge ausländische Reisende vergewaltigen, ich weiß.

Doch meiner Meinung nach gehören die Inder zu den freundlichsten Menschen der Welt. Hat man erst einmal einen Kontakt geschlossen, können Inder zu den besten Freunden werden. Sie nehmen einen mit nach Hause, zeigen einem ihr Land von einer ganz authentischen Seite und helfen einem in jeder Notlage.

Je nach Reisegebiet kann es passieren, dass die Menschen in Indien noch nie oder kaum einen „weißen“ Ausländer gesehen haben.

Da ist die Neugier verständlicherweise groß und man wird schnell mit brüchigem Englisch in ein Gespräch verwickelt: Wie heißt du? Wie heißt dein Vater? Bist du verheiratet? Wie viel verdienst du?

Oft können uns die Fragen vor dem Kopf stoßen, doch die Inder fragen was sie interessiert, ohne groß auf Formalitäten zu achten und auch nur das, was ihr Englisch zulässt. Das macht sie so einzigartig.

Bleib also freundlich und hab etwas Geduld, auch wenn Hunderte von Indern ein Foto mit dir wünschen.

Auf eines kannst du dich verlassen: Bist du in Not, werden Inder da sein, die dir helfen, obwohl sie dich gar nicht kennen.

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4. Landschaftliche Vielfalt entdecken

Ich hatte ja schon die kulturelle Vielfalt als ersten Grund erwähnt. Ebenso groß wie diese ist auch die landschaftliche Vielfalt. Der Subkontinent hat alles zu bieten: Vom großen Himalaya mit seinen schneebedeckten Sechstausender-Gipfeln kommt man in die große trockene und heiße Tharr-Wüste in Rajasthan, dann geht es weiter zu den Palmen und Gewürzen Keralas, zu der unendlich langen Meeresküste, die zum Baden einlädt, und weiter in die großen Urwälder Indiens mit ihren wilden Elefanten und Tigern.

Hohes Gebirge in Indien
Neben Urwäldern, Stränden und Wüsten gibt es in Indien auch sehr hohe Gebirgszüge. Foto: (c) istock.com/theeradaj

Landschaftlich ist Indien ein Knaller. Es gibt Tausende von Städten in Indien und meist gewinnt man seinen ersten Eindruck in einer dieser Metropolen, wenn man mit dem Flugzeug anreist!

Mach nicht den Fehler und reise von einer Stadt in die nächste, sondern zieh hinaus aufs Land zu den Dörfern und der unberührten Schönheit der indischen Natur!

Landschaftlich beinhaltet Indien eine gesamte Welt in sich und das alles auf einer Fläche von nur 3,3 Mio. km².

5. Abwechslungsreicher Aktivurlaub in Indien

Aufgrund der im vorhergehenden Punkt genannten landschaftlichen Vielfalt hat Indien einiges an Abenteuer und Erlebnis zu bieten.

Ich liebe es aktiv unterwegs zu sein. Gerade durch Indien reist man lange und kann auch oft viele Stunden im Bus oder Zug sitzend verbringen. Umso toller ist es, dazu einen körperlichen Ausgleich zu finden.

Bergsteiger im Himalaya-Gebirge in Indien
Wenn du dich körperlich richtig anstrengend willst, bietet dir das Himalaya-Gebirge viele Möglichkeiten. Foto: (c) istock.com/AlexBrylov

Ich lebe im indischen Himalaya und hier kann man sich entweder ordentlich auspowern oder auch ganz sanft aktiv sein: Tagelange Trekkingtouren, Klettern, Bergsteigen, Mountainbiking und Rafting sind nur einige der vielen Aktivitäten, die hier angeboten werden. Und das Besondere: Meiner Meinung nach lernt man ein Land erst so richtig kennen, wenn man langsam zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs ist, zusammen mit einem indischen Team: Man wandert durch kleine Dörfer mit netten Menschen, kocht zusammen indisches Essen mit den einheimischen Gefährten und nimmt ganz bewusst Landschaft und Kultur wahr.

Auch Rajasthan und Kerala eignen sich perfekt dazu, mit dem Fahrrad erkundet zu werden. Die 7000 km lange Küstenlinie bietet Möglichkeiten zum Schwimmen, Tauchen und Surfen – reise also aktiv!

6. Günstig reisen und entdecken

Indien ist ein sehr günstiges Reiseland und daher besonders bei langzeitreisenden Backpackern beliebt. Reist man mit lokalem Transport, schläft in günstigen (zugegeben nicht extrem sauberen) Unterkünften und isst in kleinen einheimischen Restaurants, dürften die Tagesausgaben nicht weit über € 10,- liegen.

Reisen ist in Indien sehr günstig
Indien ist eines der günstigsten Reiseländer der Welt – wer will, kann aber auch luxuriös leben. Foto: (c) istock.com/helenecanada

Natürlich kann man auch deutlich luxuriöser reisen. In Indien gibt es Transport, Verpflegung und Unterkunft für jedes Budget.

Der große Vorteil: Wo man in anderen Ländern aufgrund finanzieller Einschränkungen dazu gezwungen ist, sich festen Gruppenreisen anzuschließen, ist es in Indien möglich, sich ein eigenes Auto mit Fahrer und sogar Guide zu leisten für eine ganz individuelle und maßgeschneiderte Tour.

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7. Leichte Verständigung auf Englisch

In Indien ist Englisch Amtssprache. Das bedeutet zwar nicht, dass jeder in Indien Englisch sprechen kann. Besonders in den ländlichen Regionen kann man sich auch oft nur mit Händen und Füßen verständigen.

Doch in der Regel trifft man in Indien auf Menschen mit guten bis sehr guten Englisch-Kenntnissen, vor allem in den Touristen-Regionen, Städten und Ämtern. Das macht das Reisen deutlich einfacher und komfortabel.

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8. Günstige und relativ kurze Anreise

Nicht nur das Reisen selbst ist in Indien günstig, sondern auch die Anreise. Einen Hin- und Rückflug von Österreich bekommt man oft schon für weniger als € 500,-. Direktflüge gibt es zwar aus Österreich nicht, allerdings ist man auch mit Zwischenstopp kaum länger als 10 Stunden unterwegs.

Flug von Österreich nach Indien
Von Österreich kommt man sehr günstig nach Indien – und auch der Flug dauert nicht ewig. Foto: (c) istock.com/narongcp

Nun gibt es auch das Online-Visum, das einem bei Einreise ausgestellt wird, was die Vorbereitungen für Indien einfacher macht.

9. Faszinierende Spiritualität erleben

Für einige von uns spielt der spirituelle Faktor wahrscheinlich keine Rolle. Doch tatsächlich ist er ein ziemlich wichtiger Bestandteil einer Indienreise. Indien ist Geburtsstätte des Yogas, viele Religionen, besonders der Buddhismus, sind hier beheimatet und dadurch hat Indien eine ganz besonders friedliche und ruhige Atmosphäre. Selbst der Unspirituellste unter uns findet während einer Reise durch Indien ein wenig mehr zu sich selbst.

Doch wer tatsächlich an einem spirituellen Weg interessiert ist, findet in Indien viele Möglichkeiten, weiter voranzuschreiten. In Ashrams und Institutionen gibt es unzählige Optionen an Kursen in Yoga, Meditation und Religionslehre.

Yoga am Strand in Indien
Yoga ist nur eine von vielen spirituellen Facetten, die man in Indien erleben kann. Foto: (c) istock.com/DimaBerkut

Besonders die zahlreichen intensiven einmonatigen Ausbildungen zum Yoga-Lehrer sind besonders beliebt. Doch gib Acht bei der Auswahl eines Kurses, viele von ihnen sind sehr hochwertig und authentisch, doch es gibt auch weniger gute, die eher kommerziell sind.

10. Tolle Traveller kennenlernen

Indien-Reisende sind ganz besondere Reisende: gelassen, interessiert, auf der Suche und aus jedem erdenklichen Teil der Welt. Oft passiert es, dass man während einer Indien-Reise mit anderen Travellern Freundschaften für’s Leben schließt.

Ich selbst habe in Indien Freunde aus aller Welt gefunden. Indien-Reisende sind oft auf einer Wellenlänge und unterscheiden sich von dem „normalen Pauschal-Urlauber“. Sie sind gebildet, tolerant, freundlich, aufgeschlossen und flexibel und es macht Spaß mit Menschen aus den verschiedensten Kultur- und Sprachräumen zusammenzusitzen, Chai zu trinken und sich über Gott und die Welt zu unterhalten.

Gastautorin Sarah lebt in Indien


Gastautorin Sarah lebt und arbeitet seit 5 Jahren in Indien. Als Reiseveranstalterin für Aktiv- und Erlebnisreisen ist sie vor allem auf Trekkingtouren, Fahrradreisen und Yoga-Ferien spezialisiert. In ihrem Indien-Blog findest du alle möglichen Informationen zum Thema Reisen in Indien.

Warum möchtest du unbedingt nach Indien reisen?

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