Lieblingsorte in Wien: Die 5 besten traditionellen Wiener Kaffeehäuser

Das klassische Wiener Kaffeehaus ist seit jeher ein Ort, der zum Verweilen, Diskutieren, Tratschen und Philosophieren einlädt. In den bekannten Wiener Traditionskaffeehäusern hat man das Gefühl, die Zeit ist im letzten Jahrhundert stehen geblieben: Das Interieur ist alt und gediegen, der Holzboden macht Geräusche, die Marmortische sind kühl und die Kellner, die im Wiener Kaffeehaus Herr Ober heißen, sind zwar schick gekleidet aber unhöflich, oftmals ruppig. Dieses Verhalten ist jedoch völlig normal, ein freundlicher Kellner kann kein Wiener sein und gehört nicht in ein traditionelles Wiener Kaffeehaus.

Das Wiener Kaffeehaus ist so etwas wie ein zweites Wohnzimmer. Eine Tasse Melange und dazu ein Glas Wasser reicht völlig aus, um stundenlang Zeitung zu lesen oder zu diskutieren. Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert trafen sich Literaten und Künstler in den Wiener Kaffeehäusern, um sich auszutauschen oder einfach nur um zu Schreiben. Die heutigen Wiener Kaffeehäuser haben immer noch einen ganz gewissen Charme und ein persönliches Stammkaffeehaus ist schon fast ein Muss.

Das Künstlercafé im ersten Bezirk: das Hawelka

(505) Cafe Hawelka, Vienna

Das Café Hawelka wurde 1939 von Leopold Hawelka gemeinsam mit seiner Frau Josefine eröffnet, der zuvor das Kaffee Alt Wien in der Bäckerstraße betrieben hatte. Es wurde schnell ein richtiges Künstlercafé. Oskar Werner, Helmut Qualtinger und etwa Ernst Fuchs gehörten zu den Stammgästen des Hawelkas.

Im Hawelka gab es immer die berühmten Buchteln, gebacken von Josefine Hawelka nach einem böhmischen Geheimrezept, zu essen. Frau Hawelka starb 2005, Herr Hawelka sitzt zeitweise immer noch beim Eingang des Cafés und begrüßt die Stammgäste und Touristen, die sich ins Hawelka verirren.

Das Hawelka ist noch heute in aller Munde: So gibt es eine Dokumentation zum Ehepaar Hawelka („Königin Josefine – Die Hawelkas und ihr Café„), Georg Danzers berühmtes Lied vom Nackerten im Hawelka und Erwähnung fand das Hawelka ebenso in einem im Herbst 2009 erschienenen Buch „Darf man als Nackerta ins Hawelka? – Knigge für Fortgeschrittene“ von Helmut A. Gansterer.

Adresse Café Hawelka: 1010 Wien, Dorotheergasse 6

Dunkel, alt und gemütlich: das Café Westend für Reisende und Pendler

an apple and no egg !

Im 1900 eröffneten Café Westend sind die Ober nicht ganz so unfreundlich, eher leicht kauzig, aber durchaus sympathisch. Neben unzähligen Kaffeespezialitäten und den klassischen Süßspeisen (Kaiserschmarrn, Esterhazytorte) gibt es im Westend auch ziemlich gehaltvolle, typisch österreichische Hauptgerichte. Aufgrund seiner Lage am Wiener Westbahnhof wurde das Westend immer schon besonders gerne von Pendlern und Reisenden besucht.

Das Westend liegt an der Mariahilferstraße und besticht mit einem überaus herben Charme. Die samtigen grünen Möbel sind abgewetzt, der Parkettboden ist uralt und die Marmor-Kaffeetische schön kühl. So wie in jedem Kaffeehaus gibt es zahlreiche Zeitungen.

Adresse Café Westend: 1070 Wien, Mariahilferstrasse 128

Kaffeehaus im Stil der 50er Jahre: das Prückel

Café Prückel

Das Café Prückel liegt am Stubentor und weist ähnliche Merkmale wie alle anderen Wiener Kaffeehäuser auf: grantige Ober und eine große Kaffee- und Zeitungsauswahl. Das Tolle am Prückel ist aber die originalgetreu erhaltene Einrichtung aus den 1950er-Jahren.

Adresse Café Prückel:  1010 Wien, Stubenring 24

Café Diglas:Traditionskaffeehaus hinterm Stephansdom

cafe diglas, vienna, austria

Hinter dem Stephansdom, in der Wollzeile, befindet sich das ehrwürdige Café Diglas. Das Diglas ist immer voll, es ist zuweilen schwierig einen Platz zu ergattern. Tagsüber gibt es im Diglas Frühstück und zur Mittagszeit eine Tageskarte mit österreichischen Gerichten. Das Diglas ist hell und freundlich. Am Abend bietet das Diglas seinen Gästen Klaviermusik.

Adresse Café Diglas: 1010 Wien, Wollzeile 10

Treffpunkt der Intellektuellen um 1900: das Café Central

Cafe Central in Vienna

Eröffnet wurde das Café Central im Jahre 1876 im Palais Ferstel in der Herrengasse im 1. Wiener Gemeindebezirk. Es war besonders um 1900 beliebter Treffpunkt der Wiener Intellektuellen. Von diesem Ruf lebt das Café Central heute noch und schwelgt in Erinnerungen, einmal Stammkaffeehaus von Persönlichkeiten wie etwa dem Architekten Adolf Loos und dem Schriftsteller Alfred Polgar gewesen zu sein. Das Central ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Adresse Café Central: 1010 Wien, Herrengasse 14

Weitere bedeutende traditionelle Wiener Kaffeehäuser

Melange & Apfelstrudel at Café Landtmann

Café Landtmann: 1873 von Franz Landtmann eröffnet, eines der beliebtesten Wiener Kaffeehäuser, abends Musikbegleitung.

Adresse: 1010 Wien, Dr. Karl Lueger Ring 4

Café Sperl: 1880 eröffnet, große Auswahl an Zeitungen (österreichische und internationale) und Wochenzeitschriften.

Adresse: 1060 Wien, Gumpendorferstrasse 11

Café Ritter: hohe Räume mit verzierten Stuckdecken, Einrichtung aus den 1950er Jahren.

Adresse: 1060 Wien, Mariahilferstrasse 73

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