Auf den Spuren der Medici in Florenz

Als eine der einflussreichsten Familien des 15. und 16. Jahrhunderts prägte die Familie Medici nicht nur Politik und Finanzen von Florenz, sondern auch das Florentiner Stadtbild. Viele der bedeutendsten Bauwerke der Stadt gehen auf die Medici zurück – entdecken Sie, welche, indem Sie uns auf den Spuren der Medici in Florenz folgen!

Einst eine wohlhabende, aber eher unbedeutende Händlerfamilie, haben sich die Medici ab dem 14. Jahrhundert zu einer der einflussreichsten Familien in Italien und ganz Europa hochgearbeitet. Durch das Geld aus Bankgeschäften, die engen Beziehungen zum Vatikan und die Verbindungen in die Politik gelangten manche Familienmitglieder in sehr hohe Positionen: So stellte man etwa den Herzog der Republik Florenz und insgesamt drei Päpste.

Abgesehen davon war die Familie auch in Kunst und Kultur äußerst engagiert. Zu den Künstlern, die man unterstützte, zählten etwa Donatello, Michelangelo, Sandro Botticelli und Leonardo da Vinci. Auf dieses Mäzenatentum ist es auch zurückzuführen, dass viele der historischen Bauwerke in Florenz auf die Familie Medici zurückgehen. Bei einem Rundgang auf den Spuren der Medici in Florenz kann man entsprechend so einiges entdecken!

Die Uffizien – Amtshaus und Kunstsammlung der Medici in Florenz

Ursprünglich wurden die Uffizien erbaut, um dort die wichtigsten Florentiner Ämter und Ministerien zusammenzufassen – vom italienischen “ufficio” für “Büro” oder “Amt” leitet sich auch der Name ab. Zusätzlich dazu wurden dort schon bald nach der Fertigstellung des Gebäudes im Jahr 1581 die ersten Werke aus der Kunstsammlung der Medici ausgestellt – das wichtigste davon ist wohl die Mediceische Venus, die es seit 1677 dort zu bewundern gibt.

Bis heute zählt die Galleria degli Uffizi zu den bekanntesten Kunstmuseen der Welt und ist ein beeindruckendes Denkmal der Medici in Florenz.

Palazzo Pitti – Residenz der Herzöge

Am anderen Ufer des Arno befindet sich der Palazzo Pitti. Dieser Renaissance-Palast diente früher den Medici und anderen Herzögen der Toskana und später dem König von Italien als Residenz. Von der Familie Pitti begonnen wurde der Palast nach einer Pause von fast hundert Jahren von den Medici fertig gestellt. In der Galleria Palatina werden heute Gemälde aus der Kunstsammlung der Familie ausgestellt.

Interessantes Detail am Rande: Cosimo I. de Medici, der damals das Sagen hatte, ließ einen Korridor bauen, der den Palazzo Pitti über die Kirche Santa Felicità und die Ponte Vecchio mit den Uffizien und dem Palazzo Vecchio verbindet. Dadurch war es dem Adel möglich, zwischen diesen wichtigen Gebäuden hin und her zu kommen, ohne sich mit dem gemeinen Fußvolk abgeben zu müssen.

Auf den Spuren der Medici durch Florenz auf einer größeren Karte anzeigen

Giardino di Boboli – Park mit Blick auf Florenz

Gleich hinter dem Palazzo Pitti erstreckt sich über mehrere Hektar eine wunderschöne Gartenanlage: der Giardino di Boboli. Der Garten ist wohl einer der berühmtesten und schönsten Parks von Florenz und gleichzeitig ein beeindruckendes Denkmal der Medici in Florenz.

Einerseits hat man vom Boboli-Hügel aus einen tollen Blick über die Stadt, andererseits wird der an sich schon wunderschön angelegte Boboli-Garten durch Brunnen, Grotten, ein Amphitheater und unzählige Skulpturen und Statuen auch architektonisch und künstlerisch interessant.

Forte di Belvedere – die Festung der Medici

Direkt angrenzend an den Boboli-Garten liegt das Forte di Belvedere. Diese mächtige Festungsanlage wurde erbaut, um einerseits die Macht der Medici zu sichern und andererseits Florenz zu verteidigen. Innerhalb der imposanten Mauern befindet sich außerdem der Palazzetto del Belvedere, eine von insgesamt 27 Medici-Villen, die über die gesamte Toskana verteilt sind.

Palazzo Medici Riccardi – Sitz der Banco dei Medici

Der Palast auf der nördlichen Arno-Seite ist zwar vergleichsweise eher unspektakulär, spielte für die Medici dafür aber eine umso wichtigere Rolle im Kampf um den Machterhalt. Dort befand sich nämlich der Sitz der mächtigen Banco dei Medici. Natürlich dienten manche Bereiche den Medici in Florenz auch zum Wohnen oder dem Empfang von wichtigen Geschäftspartnern.

Die schönsten Teile des Palastes sind der Innenhof und der Garten. Warum der Palazzo Medici Riccardi ansonsten wenig spektakulär aussieht, hat einen einfachen Grund: Cosimo der Alte, der den Bau in Auftrag gegeben hatte, wollte den Neid von anderen einflussreichen Familien nicht erregen, da er fürchtete, das könnte die gegenseitigen Geschäftsbeziehungen belasten.

Biblioteca Medicea Laurenziana

Unweit des Palazzo Medici Riccardi liegt das Kloster von San Lorenzo, in dessen Mauern sich die Biblioteca Medicea Laurenziana befindet. Diese Bibliothek ist nach Lorenzo I. de Medici benannt, der maßgeblich daran beteiligt war, den Bestand der Bibliothek zu erweitern. Heute gibt es in der Bibliothek rund 150.000 Werke, darunter zahlreiche wertvolle Manuskripte.

Architektonisch ist vor allem Michelangelos Treppe interessant, die sich kunstvoll zum Eingang der Bibliothek hinaufwindet und gut zeigt, dass die Medici in Florenz einen äußerst guten Geschmack hatten, was die Architektur angeht.

Basilica di San Lorenzo – letzte Ruhestätte der Medici

Das Kloster, in dem sich die Bibliothek befindet, gehört zur angrenzenden Basilica di San Lorenzo. Diese war als ehemalige Kathedrale sozusagen die Pfarrkirche der Medici. Im Inneren der prunkvollen Kirche – übrigens eine der größten und ältesten Kirchen in Florenz – befinden sich zahlreiche Werke von Donatello, Filippo Lippi und anderen renommierten Künstlern.

Die Basilica die San Lorenzo ist auch der Ort, an dem viele Mitglieder der Medici-Familie ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Zunächst wurden diese in der Alten Sakristei bestattet. Als dort der Platz eng wurde, wurden die Medici-Kapellen angebaut; zuerst die Neue Sakristei und später die Fürstenkapelle.