Mosambik: drei Inseln und drei Schätze mitten im indischen Ozean

Melanie Hacker # 80879 gelesen # 1 Kommentar #

Im Süden, in der Mitte und im Norden – an der ganzen Küste entlang empfängt Mosambik den Reisende mit kleinen, wunderschönen Inseln. Hier kann man sich perfekt entspannen, aber auch die kulturellen Schätze des Landes und die wunderschöne Natur entdecken.

Unsere ungarische Gastautorin Éva Hegedűs, die zurzeit als Entwicklungsstipendiatin der GIZ in Mosambik tätig ist, erzählt uns über Inhaca im Süden, Bazaruto Archipel in der Mitte und Ilha de Moçambique im Norden des Landes.

Inhaca: ein perfekter Fluchtplatz aus der Hauptstadt

Für alle die in Maputo landen, eignet sich die kleine Insel von Inhaca, etwa 40 km entfernt von der Hauptstadt, für einen perfekten Wochenendausflug. Der Großteil der Insel und die umliegenden Gewässer sind Naturschutzgebiete. Mit den mehr als 200 Vogelarten ist die Insel besonders spannend für Vogelfans. Außerdem gibt es auf der Insel ein wichtiges Meeresforschungszentrum, das man zusammen mit einem kleinen Meeresmuseum am südwestlichen Rand auch besuchen kann. Ganz am südlichen Ende liegt Cabo Santa Maria (Kap Santa Maria) mit weißem Sandstrand, kristallklarem Wasser und tollen Möglichkeiten um Schnorcheln zu gehen.

Für wunderschöne Strände kann man auch die portugiesischen Inseln Richtung Nordwesten aufsuchen – oder laufen gehen, jedoch ganz früh und man muss immer auf die Zeit gucken, sonst muss man auf dem Rückweg ganz viel schwimmen… Den Wanderlustigen kann man auch eine schöne Tour zum alten Leuchtturm ganz am nördlichen Rand empfehlen.

Bei einem anderen Spaziergang der Küste entlang, neben dem Dock und auf dem lokalen Markt, lässt sich ein Einblick in den Alltage der lokalen Fischer und Frauen gewinnen. Am besten arrangiert man mit dem Fischer gleich ein leckeres Abendessen aus einem seiner frisch gefangenen Fische, den man in einem der lokalen kleineren Barraca-Restaurants gerne zubereiten lassen kann, natürlich gegrillt und mit Piri-Piri gewürzt.

Ebenso ist ein Besuch im Dorf von Inhaca eine wertvolle kulturelle Erfahrung, wo man sich mit der lokalen Bevölkerung perfekt austauschen kann, sogar vor einem „Lebensmittelgeschäft“ auf Deutsch… Und die Inhacaner gehören definitiv zu den gastfreundlichsten und hilfsbereitesten Leuten im Land.

Bazaruto Archipel – zwischen Schildkröten und endlosen Sanddünen

Auch die 5 kleinenInseln, die auch Naturschutzgebiete sind und küstennah zwischen 10 und 25 km entfernt von Vilanculos – Bazaruto Archipel liegen, sollte man unbedingt besuchen, wenn man in Mosambik ist.

Am nächsten zum Festland liegt die Insel von Magaruque, wohin verschiedene Anbieter spannende Tagessafaris in traditionellen dhow (Segelschiffe) anbieten. Während man sich die vielen kleinen bunten Fische beim umliegenden Korallenriff anguckt, wird das Mittagessen – gegrillter Fisch mit Reis in Tomatensauce mit leckerem Salat und Banane von der Besatzung auf dem dhow selbst zubereitet. Wenn man Glück hat, kann man beim Zurücksegeln sogar einige Delfine sehen!

Für Schnorcheln und Tauchen sind ohne Zweifel die Zwei-Mile und Fünf-Mile Korallenriffs um die Inseln von Benguerra und Bazaruto herum das Beste. Die Autorin hat nicht nur nach Atem gerungen (nicht von der Schnorchelnmaske, aber von dem wunderschönen Anblick des Meeres), aber sie hat sich auch mit dem Thema Meeresflora und Schutz der Meeresfauna für ein ganzes Leben verlobt. Wunderschöne Korallen, Seesterne, kleine, große und supergroße bunte Fische, Muscheln und noch viele andere Meerespflanzen – und wenn das Wasser ganz niedrig ist, schwimmt man mit Schildkröten zusammen! Die Insel von Benguerra und Bazaruto selbst lässt einen auch nicht schnell wieder zu Atem kommen, mit ihren endlosscheinenden, blendend weißen Sanddünen und im kristallklarsten Wasser umlaufenden kleinen Krebsen.

Am Strand unter der Sonne liegend darf man aber auf einer Reise das soziale Engagement auch nicht vergessen: in Vilanculos ist es sehr empfehlenswert den Projektort von ASEM, einer lokalen NGO, zu besuchen. ASEM unterstützt Kinder die Waisen, HIV-infiziert oder verlassen sind oder in extremer Armut leben. Unter anderen tut ASEM auch sehr viel dafür, um die kreativen und künstlerischen Fähigkeiten der Kleinsten zu entwickeln, z.B. in einem Theatergebäude mit Amphiteatrum. Für mehr über ASEM, klick hier.

Ilha de Moçambique: ein interessantes und trauriges Weltkulturerbe

Im Norden, ca. 3 km entfernt vom Festland, liegt die kleine Insel Ilha de Moçambique (sie ist 3 km lang und nur 500m breit!), vielleicht der interessanteste Ort Mosambiks. Während Jahrhunderten war die Insel die Hauptstadt des Landes sowie eine der wichtigsten Handelszentren und Flottenstationen, infolge dessen und der vielen Immigrationswellen der Insel ein Schmelztiegel der afrikanischen, arabischen und europäischen Kulturen geworden ist. Heute herrschen vor allem die Makua (das lokale Volk) und die muslimische Religion vor.

1991 ist die Insel von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt worden. Wenn man auf der Insel herumwandert, fällt das aber leider kaum auf: viele der sonst sehr schönen alten portugiesischen Kolonialgebäude findet man in sehr schlechtem Zustand oder sogar völlig heruntergekommen. Drinnen, am Fuß der Wänden erhebt sich Abfall und Baumüll, ebenso wie draußen auf den Straßen und an der Küste.

Der südliche Teil, das Macuti Dorf, wo die große Mehrheit der lokalen Bevölkerung wohnt, empfängt einem mit einem noch traurigeren Bild. Da die Insel unter schweren Wasserversorgungsproblemen leidet, erleichtern sich die Menschen an der Küste um die ganze Insel herum… so stinkt das Weltkulturerbe schon von fern. Wunderschöne Muscheln liegen zwar überall, aber das Suchen ist nur mit zugehaltener Nase möglich!

Ilha de Moçambique ist jedoch ein sehr empfehlenswerter Platz, den man unbedingt besuchen sollte. Zum einen um zu erfahren wie viel der verantwortungsvolle und nachhaltige Tourismus für die Restaurierung und Erhaltung eines Weltkulturerbes potenziell machen kann. Die Insel hat ohne Zweifel eine sehr besondere historische Atmosphäre.

Zum anderen um die Musiro Frauen und ihre jahrhundertalte Tradition noch rechtzeitig zu erwischen. Musiro ist die afrikanische Naturkosmetik: der Ast des Musiro Baums wird an einem feuchten Stein gerieben, und der auskommende Saft als Creme auf das Gesicht aufgetragen. Laut der Frauen macht Musiro die Haut viel schöner und softer, und die gelbe Variante heilt sogar Pickel , sowie Augen-, und Zahnschmerzen. Die Frauen machen mit Musiro den ganzen Tag auf dem Gesicht die Hausarbeit zu Hause, verkaufen Produkte auf dem Markt oder tanzen Tufo, den traditionellen Tanz von der Makua Volksgruppe.

Info über die drei Inseln und das Land

Ein nützliches Forum zum Rundreisen in Mosambik

Mehr Fotos vom Land und den mosambikanischen Alltag auf Picasa der Autorin

Lies auch den vorherigen Artikel der Autorin über das mosambikanische Leben mit einigen kulinarischen Gerichten

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