Reisetipps für das Abenteuer Rumänien: Bukarest, Sibiu & Sighișoara

Melanie Hacker # 161280 gelesen # 3 Kommentare #

Bukarest oder auf Rumänisch Bucureşti ist die Hauptstadt Rumäniens und mit 2 Millionen Einwohnern die  sechstgrößte Stadt der Europäischen Union. Eineinhalb Flugstunden von Wien entfernt liegt Rumänien, das sich Besuchern überaus vielseitig präsentiert, eine wunderschöne Landschaft bietet, im Sommer zum Baden am Schwarzen Meer und im Herbst zum Wandern in den Karpaten einlädt. Wer sich nach einer abenteuerlichen Reise in einem gastfreundlichen Land sehnt, das weit mehr als kommunistische Blockbauten zu bieten hat, für den ist ein verlängertes Wochenende in Rumänien für den Anfang ein guter Tipp.

Tag 1: Bukarest, das  “Paris des Ostens”

Bucharest Romania august summer 2010 DSC_0712

Von Wien aus gelangt man einfach und günstig in etwa eineinhalb Flugstunden direkt nach Bukarest.  Aufgrund des französischen Einflusses wurde Bukarest lange als Micul Paris, das kleine Paris oder das “Paris des Ostens” bezeichnet. Mit der Diktatur Nicolae Ceaucescus wurde das historische Stadtviertel allerdings zerstört, um den riesigen, nicht enden wollenden kommunistischen Blockbauten Platz zu machen.

Zu den beeindruckenden Bauwerken Bukarests gehören der Arcul de Triumf (Triumphbogen) und das Bukarester Königsschloss (Palatul Regal). Der riesige Parlamentspalast (Palatul Parlamentului, siehe Bild) ist nach dem Pentagon das zweitgrößte Gebäude der Welt.

Kirchen findet man in Rumänien unzählige, sowohl römisch-katholische als auch rumänisch-orthodoxe Kirchen. Seit einigen Jahren wird mit vielen Unterbrechungen, eben wann immer das Geld knapp wurde, die Bukarester Altstadt renoviert. Schicke Restaurants, darunter italienische und französische, reihen sich neben Cocktailbars und Cafés. Bukarest entwickelt sich und das spürt man in dieser Stadt. Es scheint, als gäbe es das eine Bukarest nicht, es setzt sich aus vielen Puzzleteilen zusammen: kommunistische Blockbauten einerseits, breite Prachtstraßen (boulevards), grüne Villenviertel der Diplomaten andererseits und inmitten der Versuch eine historische Altstadt wieder aufzubauen.

Tag 2: Die Kulturhauptstadt Sibiu/Hermannstadt

Mit dem Auto geht es von Bukarest auf holprigen und unübersichtlichen Straßen vorbei an kleinen Dörfern mit bunten Häuserfassaden in das ca. 250 Kilometer entfernte Sibiu, das 2007 Europäische Kulturhauptstadt war. 4 Stunden benötigt man hier für diese Strecke, die nur zum Teil auf einer Autobahn zurückgelegt werden kann. Auf dem Weg nach Sibiu sieht man Menschen, die vor ihren Häusern selbst hergestellte Produkte, wie Schnaps, Käse und Süßspeisen verkaufen, die sie auf kleinen Tischen präsentieren. Sibiu liegt in Siebenbürgen (Transsilvania) und ist eine kleine Stadt mit ca. 170 000 Einwohnern und einer wunderschönen Altstadt mit kleinen Kulturcafés, in denen am Wochenende Livemusik gespielt wird. Eines davon ist das Café Atrium, ein kleines, sympathisches Café, in dem ein wohlbeleibter älterer Herr seine Klavierkunst zum Besten gibt. Sehenswert ist das alte Rathaus, die Lügenbrücke (die der Legende nach einstürzen soll, sobald ein Lügner sie betritt), die evangelische Stadtpfarrkirche, der Ratturm und viele Kirchen, darunter eine Synagoge, eine sowohl katholische, als auch orthodoxe Gebetshäuser.

Café Atrium

Adresse: Piaţa Mică Nr. 16; 550182 Sibiu

Tag 3: das ländliche Rumänien rund um Sibiu: Păltiniş

Bei einem Ausflug in das ländliche Restaurant Perla Paltinisului, im Schiort Păltiniş gelegen, kommen wir an kleinen Dörfern, beeindruckenden Berglandschaften (Cindrel Berge) und dichten Wäldern bestehend aus Nadel- und Laubbäumen, die im Herbst alle Farben zeigen, vorbei. Nur wenige Minuten außerhalb des Zentrums von Sibiu ist die Stadt von einer unglaublich schönen Natur umgeben. Außerhalb Sibius lässt sich rumänische Küche am besten in den Bergen, wie eben in  Păltiniş, genießen. Die Küche ist einfach und doch vielfältig, besteht aus Fleisch, Gemüse, viel Polenta, Käse und Eintöpfen oder Krautwickel, gefüllt mit Fleisch, Gemüse und Reis. Aufgrund des ungewöhnlich fischreichen Donaudeltas stehen auf fast jeder Speisekarte zahlreiche Fischspeisen, auf verschiedene Arten zubereitet, etwa in Tomaten und Zwiebeln gegart. Die Süßspeisen sind klebrig, süß und fettig: Krapfen mit Zwetschkenmarmelade, Zucker und Creme, kurz: eine bessere Nachspeise kann man sich gar nicht wünschen. Beliebt sind alle Arten von Schnäpsen, etwa der klare Zwetschkenschnaps oder eine Art Likör, die entweder aus Heidelbeeren oder sauren Weichselkirschen erzeugt wird, eine rumänische Spezialität.

Restaurant und Pension Perla Paltinisului

Adresse: Paltinis, judetul Sibiu, Romania

Tag 4: Draculalegenden in der Stadt Sighișoara/ Schässburg

Sighișoara, auf Deutsch Schässburg, wurde im 12. Jahrhundert von deutschen Einwanderern gegründet, sein historisches Zentrum wurde 1999 zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt. Die Stadt war jahrhundertelang überwiegend von Siebenbürger Sachsen bewohnt und auch heute lebt  hier eine kleine Minderheit Deutscher (ca. 2%). Die berühmteste Sehenswürdigkeit der Stadt, die Bergkirche befindet sich auf einer Höhe von 492 Metern, dahinter liegt ein gut erhaltener deutscher Friedhof. Das Josef-Haltrich-Lyzeum ist ein Gymnasium der deutschen Minderheit und liegt auf dem Schulberg, unterhalb der Bergkirche. Die Schüler müssen die über hundert Stufen, die von der Altstadt aus zu ihrem Gymnasium führen, jeden Tag zu Fuß zurücklegen.

Schässburg ist eine kleine Stadt, die nicht nur mit ihrer wunderschönen Altstadt Touristen begeistert, sondern sich zudem als Geburtsstadt des Grafen Vlad Dracul (Dracula) darstellt. Der Bau eines „Dracula“-Freizeitparks blieb den Einwohnern Schässburgs aber glücklicherweise erspart. Die Altstadt besteht aus kleinen, verwinkelten Gassen, nicht selten findet man auch hier Kirchen.

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Sibiu/ Hermannstadt Tourismus

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Die mittelalterliche Stadt Sighișoara/ Schässburg

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