Unsere checkfelix-Gastautorin Julia Schromm lebt seit 2008 in Wien und arbeitet bei Zooners. Sie betreut dort die Zooners City-Blogs und BloggerInnen. Julia verfasst selbst auch Beiträge für den City-Blog Wien.
Dort kann man alles über ihre Neuentdeckungen und lieb gewonnenes in ihrer Lieblingsstadt nachlesen. Ständig ist sie auf der Suche nach frischem Material für City-Blogs und berichtet über Cafés, Restaurants, Ausstellungen, Architektur und mehr.
Wer kennt sie nicht, die Klischee-Touristen, die in den Sommermonaten weißbesockt in ihren Sandalen Städte erobern. Manchen Reisenden ist es einerlei, ob sie sich mit ihrem Äußeren als Touristen zu erkennen geben. Anderen eben nicht.
Außer dem eigenen Stolz und der Eitelkeit genügen zu wollen, bringt es aber auch noch den einen oder anderen Vorteil mit, sich als Bewohner der Stadt zu tarnen. Es mag eine gewagte These sein, denn vor Taschendieben ist man nie gefeit. Dennoch sind Touristen einfache und lukrative Opfer, denn oftmals haben sie größere Mengen Bargeld und Kameras oder andere Wertgegenstände bei sich. Ist ja nicht ungewöhnlich, nur wissen muss es nicht jeder. Außerdem: ist es nicht unglaublich nervend, von gefühlten 700 Souvenirverkäufern pro Minute angequatscht zu werden oder das bevorzugte Ziel diverser Taxianbieter zu sein, die einen dann abzocken? Aber genug geredet: hier kommen sechs Tipps, die dir helfen sollen, dich als Nicht-Tourist zu tarnen.
Numero uno: Die Kleidung
Ich trage ausschließlich Kleidung, in der ich mich wohl fühle und in der ich es den ganzen Tag aushalte. Deshalb unterscheidet sich meine Urlaubsgarderobe auch nicht groß von meiner Alltagsgarderobe. Ich verzichte auf Regenjacke und Funktionsjacke, die sind eher ein Fall für Abenteuer-Urlaub als für den Städtetrip.
Statt Lauf- und Turnschuhen kommt auf einen Städtetrip einfach gemütliches Alltagsschuhwerk mit. Im Sommer ist das natürlich einfacher, denn man schlüpft einfach – ohne in das Öko-Eck gestellt zu werden – in die mittlerweile salonfähigen Birkenstocks. Danke Heidi.
Richtig Verwegene tragen High-Heels mit 7cm Absatz und mehr. Russinnen zeigen vor wie‘s geht.
Numero due: Die Accessoires I
Mir ist nie richtig klar, welche Kleidungsartikel die gelernte Fashionista unter Accessoires einordnet. Ich nehme aber an, die Handtasche gehört dazu. Vermutlich auch der Rucksack. Wobei der Rucksack eher in die Kategorie Sportbekleidung fällt. Denn ja, im Rucksack haben viele nützliche Dinge Platz, wie etwa die Regenjacke (s.o.) oder die Kameraausrüstung (s.u.) sowie ein paar Extrawurstsemmerl und Himbeerkracherl. Trotzdem weist er, in Kombination mit anderen Indizien seinen Träger als Touristen aus. Außerdem ist es mitunter relativ umständlich, den Rucksack in kurzen Abständen herunterzunehmen, aus und wieder ein zu packen, um ihn dann wieder zu schultern. Hat nichts zu tun mit praktisch, aber dafür viel mit Touristen-Enttarnung. Also, die (Herren-)Handtaschen ausgepackt und los geht‘s.
Numero tre: Die Film- und Fotoausrüstung
Den natürlichen Impuls Fotos von Sehenswürdigkeiten oder lieben Menschen in lustigen Posen vor bekannten Orten zu machen muss man als Tourist nicht unterdrücken. Nur, die Kamera nach dem großen und kleinen Shooting wieder wegzupacken ist essenziell, um nicht als solcher enttarnt zu werden.
Mit vergleichsweise günstigen Spiegelreflexkameras haben sich auch die großen Kamerataschen durchgesetzt. Diese umzuhängen hat zur Tarnung ungefähr denselben Effekt, wie weißbesockte Sandalen.
Diese großen Foto-Taschen haben natürlich Sinn, wenn man verschiedene Objektive oder gar Filme
darin aufbewahrt. Allerdings haben Frauen sowieso Handtaschen mit, warum die Kamera nicht einfach darin aufbewahren? Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass kleine und große Kameras darin einwandfrei Platz finden. Und ja, manchmal drohe ich unter der Last meines Handtaschengewichts zusammenzubrechen.
Numero quattro: Der Reiseführer/Stadtplan
Klarerweise benötigt man Reiseführer, aber man muss sie ja nicht immer sichtbar bei sich tragen. Man prägt sich einfach die Routen und Sehenswürdigkeiten ein. Das ist einerseits ein hervorragendes Gedächtnistraining, andererseits steckt man so auf dem Weg zu den Sehenswürdigkeiten nicht immer die Nase in den Reiseführer und kann so viele Eindrücke sammeln. Wenn man den Reiseführer aber gar nicht aus der Hand geben will, kann man ihn ja zur Tarnung mit einem hübschen Einband versehen.
Außerdem gibt‘s ja Reiseführer auch als App fürs Handy, wie etwa die von Lonely Planet. Die sind quasi gewichtslos und sogar günstiger als die gedruckten Ausgaben. Zusätzlich sind sie immer am aktuellen Stand. Sehr praktisch.
Numero cinque: Die Accessoires II
Wer diesen Beitrag bis hierher gelesen hat, wird jetzt belohnt. Und zwar mit dem einfachsten und trotzdem effektivsten Tarnungs-Trick. Das ultimative Touristen-Accessoire ist… Trommelwirbel… die aktuelle Tageszeitung. Klemmt man sich die Zeitung unter den Arm und geht sicher seiner Wege hält einen bestimmt niemand mehr für einen Touristen. Und sofern man der Sprache mächtig ist, hat man schon allerlei Lesestoff, mit dem man U-Bahn-Fahrten und Wartezeiten überbrücken kann. Total authentisch.
Numero sei: Das Verhalten
Alle vorherigen Tipps sind nichtig und nutzlos, wenn man sich nicht an die Gegebenheiten vor Ort anpasst und womöglich in diverse Fettnäpfchen tritt. Es macht also durchaus Sinn, sich vor seiner Reise über die Gepflogenheiten an seinem Reiseziel zu informieren. Nicht nur, um sich zu tarnen und wie selbstverständlich den Espresso an der italienischen Bar einzunehmen sondern auch, um den Aufenthalt zu erleichtern. Hält man z.b. Busse mit Handzeichen auf, wo kauft man die Tickets, gibt man im Restaurant Trinkgeld, usw ?
Ich hoffe, die Touristen-Tarnungs-Tipps sind ein wenig inspirierend. Spätestens, wenn dich in einer fremden Stadt jemand nach dem Weg fragt, wirst du dich freuen!









