[Gastartikel] Ferien anders: Meine Erlebnisse als Volontärin in Peru

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Unsere Gastautorin Evelyn Priesch schreibt über ihre Zeit als Voluntärin an einer peruanischen Schule. Daraus entstand die Idee und der Wunsch, sich mit Menschen, die gerne nachhaltig und sozial Reisen, zu vernetzen. Gemeinsam mit Werner Savernik ging sie mit ihrer Website www.frangle.org im April 2010 online.

Rubiño geht nun zur Schule: Wie die Idee zu FRANGLE.org entstand

Rubiño ist 8 Jahre alt, rotzfrech und ein Spitzbub wie aus dem Bilderbuch. Er treibt seine Späße in der Nähe des kleinen Dorfes Chupaca in den Anden Perus. Seit Generationen ist er der erste in seiner Familie, der schreiben und lesen kann. Zwar nicht gut – aber dennoch ist er der Star der näheren Umgebung. Manchmal bekommt er aus der Nachbarschaft eine alte, zerknitterte Zeitung in die Hände und liest seiner Großmutter vor. Selbst versteht er meist den Sinn der Nachrichten nicht, aber seine Großmutter hört gespannt zu und freut sich über die gar nicht Mal so neuen Neuigkeiten. Fernsehapparat gibt es keinen. Wozu auch? Es gibt auch keinen Strom. Die Familie wohnt in einem Lehmhaus, zusammen mit zwei Eseln, fünf Kühen, einem alten Ochsen und dem noch älter aussehenden “Pinocchio”, dem alten Hund und ständigen Begleiter von Rubiño.

Rubiño ist also der große Stolz der Familie. Er geht nämlich zur Schule und lernt dort lesen und schreiben. Mit zwei Jahren nahm ihn seine Familie bereits mit auf das Kartoffelfeld, wo die Knollen noch mit der Hand geerntet und auf dem Markt in Chupaca verkauft oder gegen andere Waren getauscht werden. Seit einem Jahrhundert hat sich hier nahezu nichts geändert.

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Schulprojekt: “Peru Luz de Esperanza”


Bei einem Marktbesuch lernte Rubiños Mutter Ellie und Nilton kennen. Sie hatte schon von dem Pärchen gehört, die ihr Leben in der Stadt aufgaben um in Chupaca eine Schule für Kinder aufzubauen, die sich die öffentlichen Schulen nicht leisten können. Für Rubiño kam das anfangs allerdings nicht in Frage. Noch niemand in der Familie hatte je eine Schule gebraucht. Alle sind gute Bauern geworden. Wozu also die Schule besuchen? Nach langem Drängen gab Rubiños Mutter nach und brachte Rubiño bei “Peru Luz de Esperanza”, dem Projekt von Ellie und Nilton, vorbei. Seither besucht er zusammen mit zehn weiteren Kindern zwischen acht und zwölf Jahren den Unterricht in notdürftig ausgestatteten Schulräumen. Der Altersunterschied und das Niveau der einzelnen Schüler sind groß – auch der Lärmpegel. Nach 30 Minuten muss regelmäßig eine Pause her um im Hof Fußball zu spielen. Dreimal die Woche geht Rubiño für einige Stunden zum Unterricht. Zu Beginn war er noch schüchtern. Aber die vielen Kinder in seiner Klasse, der Sportunterricht und die Lehrer aus verschiedenen Ländern der Welt weckten schließlich sein Interesse.

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Peru: mehr als nur Machu Picchu, der Titicacasee und Arequipa

Jahr für Jahr besuchen unzählige Touristen Peru. Besucht werden die berühmte Inkastadt Machu Picchu, der Titicacasee und Arequipa, die „Ciudad Blanca”. Häufig kommt man auch an Folklorefesten der Bewohner vorbei. Man gewinnt faszinierende Eindrücke, macht prägende Erfahrungen aber meist kommt man auch in die Situation, Menschen gegenüber zu stehen, denen es nicht so gut geht. Man möchte sie gerne unterstützen, weiß aber nicht wie.

Ich habe Rubiño in Peru als Volontär selbst unterrichtet und konnte ein wenig in das alltägliche Leben in Chupaca hineinschnuppern. Aus der Erfahrung heraus ist die neue Traveller-Seite www.FRANGLE.org entstanden. Wir wollen damit das Thema Reisen mit sozialem Engagement verbinden. Ihr findet auf der Website viele Hilfsprojekte rund um die Welt zusammen mit Infos, was vor Ort benötigt wird und wie ihr Dinge einfach dorthin bringen könnt. Oft besteht auch die Möglichkeit, ein wenig Zeit bei einem Projekt zu verbringen und die Menschen näher kennen zu lernen.

Am 30. Juni findet erstmals ein FRANGLE-Treffen für all jene, die sich für soziales und nachhaltiges Reisen interessieren, statt.

Adresse: Weltcafé Wien

Schwarzspanierstrasse 15, 1090 Wien

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