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Brüssels Ruf ist nicht der allerbeste, man sagt der Stadt nach, sie sei mit Abstand die langweiligste Hauptstadt Europas. Und das völlig zurecht. Zudem ist Brüssel chaotisch, dreckig und laut und entweder es regnet, oder es wird bald zu regnen beginnen. Die Wohnungspreise sind im Vergleich zum Einkommen völlig utopisch und werden durch die unendliche Flut der EU-Praktikanten noch zusätzlich in die Höhe getrieben. Die Geschäfte sperren spätestens um 18 Uhr zu und das Nationalgericht sind in Rinderfett doppelt gebackene Pommes. Was kann man schon von einer Stadt erwarten, dessen Wahrzeichen eine Brunnenfigur eines urinierenden Knabens – das Manneken Pis – ist? Warum es sich doch lohnt Brüssel zu besuchen und wie man es trotz der widrigsten Bedingungen schafft, ein günstiges Wochenende zu verbringen und dabei Spaß zu haben, erklären wir euch anhand von 7 Tipps.
1.Brunchen: im Café Belga mit Jazz
Wenn man schon in dieser Stadt festsitzt (ich selber habe länger als ein Jahr in Brüssel gewohnt) kann man den Tag auch im coolsten Café von ganz Brüssel beginnen: im Café Belga. Hier kann man stundenlang Zeitungen lesen, lecker brunchen und am Sonntag Jazz-Musik ab 15 Uhr hören.Das Café Belga liegt in Flagey, einer hippen Gegend, in der vor allem portugisische Migranten leben und arbeiten. Vielleicht wäre das Belga, in dem übrigens Selbstbedienung herrscht, in einer anderen Stadt nur halb so cool, aber in Brüssel ist es einfach unschlagbar cool. Ein wunderbares Café ist auch das Pain Quotidien, ein Kaffeehaus in dem man sich mit wildfremden Menschen an langen Holztischen zusammen setzt und Crème Brulée oder Himbeer-Tarte nascht.
Café Belga: Place Flagey, Brüssel
Au Pain Quotidien: 11, rue de sablon, Brüssel
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2. Schokolade-Shoppen in der Rue Neuve oder in Matonge
Absolut zu empfehlen: Shopping im afrikanischen Viertel, dem Matonge, das um einiges günstiger und alternativer ist als die ebenso beliebte Rue Neuve. Schokolade kann man fast überall einkaufen und das ist auch absolut notwendig, denn ohne Schokolade wären die Belgier wahrscheinlich noch unglücklicher. Am besten sind die Geschäfte Neuhaus und Leonidas. Ausgezeichnet ist die Schokolade von Marcolini, jedoch auch etwas teurer. In Sablon, einem sehr schicken Viertel, finden sich an fast jeder Ecke Schokoladengeschäfte.
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3. Belgische Spezialitäten genießen
Auswärts essen ist in Brüssel unverschämt teuer. Das Fin de Siècle ist im Vergleich zu vielen anderen Restaurants günstiger, vor allem stimmt die Qualität der Speisen. Das Lokal ist meistens voll, wer einen Platz ergattert, kann sich glücklich schätzen. In Brüssel muss man einfach moules frites essen, dies sind Muscheln mit Pommes Frittes (die gibt es ohnehin zu fast allen Gerichten dazu), das beste Lokal ist hierfür immer noch das Chez Léon, das zwar überfüllt mit Touristen ist, aber einfach sehr gutes Essen anbietet.
Das belgische Nationalgericht sind jedoch Pommes. Wo man die besten Frites bekommt, daran scheiden sich die Geister. Die Belgier sind aus mir völlig schleierhaften Gründen unglaublich stolz auf die fettigen Pommes und gehen richtig in Diskussionen, wo es denn die besten Pommes gibt, auf. Die Mehrheit behauptet, dass die Maison Antoine am Place Jourdain die besten Pommes macht. Frittiert werden die belgischen Kartoffeln übrigens 2x und das noch dazu in Rinderfett. Hat man schließlich bei der Maison Antoine (Wartezeit ca. 45 Minuten) die Pommes bestellt und es geschafft sich eine Sauce auszusuchen (es gibt unzählige!), kann man sich in die nächste Bar setzen und ein Bier zu dem Pommes genießen. Meine Empfehlung: Kwak.
Fin de Siècle: 423, avenue Louise, Brüssel
Chez Léon: 18, rue de bouchers, Brüssel
Maison Antoine: Place Jourdain, Brüssel
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4. Ausgehen: Goupil le Fol, recyclart und für Mutige: das Delirium
Ein wahrer Lichtblick in Brüssel ist das Nachtleben. Bei belgischem Bier kann man Gleichgesinnten sein Leid klagen und sich über das Wetter beschweren. Das Goupil le Fol (eine Art Pub, Kneipe, was auch immer) ist wirklich ein großartiger Ort: völlig überfüllt mit Antiquitäten, gemütlichen, alten Sesseln, riesigen kitschigen Ölgemälden, ausgestopften Tieren und alten Plattenspielern. Im Goupil le Fol trinkt man am besten, was der bereits in die Jahre gekommene Besitzer des Lokals einem vorschlägt (meine Erinnerung geht in Richtung selbstgemachter Kirschlikör mit Wein). Im Goupil le Fol werden stets uralte französische Chansons gespielt und erinnern daran, dass man in diesem Moment viel lieber in Frankreich wäre. Das Recyclart ist ein wirklich trendiger Club in einem ehemaligen, stillgelegten Bahnhof, in dem meistens Bands spielen oder Dj’s auflegen. Sehr bekannt ist in Brüssel das Delirium, das seinen Namen nicht umsonst hat, denn hier gibt es eine Auswahl von 2.000 internationalen Biersorten. Vor allem Touristen und Studenten treffen sich hier, manchmal spielen schlechte und unbekannte Bands im Delirium, aber es hat einfach einen gewissen verzweifelten Charme.
Goupil le Fol: 22, rue de la violette, Brüssel
Recyclart: 25, rue des ursulines, Brüssel
Delirium: impasse de la fidélité, Brüssel
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5. Flohmarkt: Jeu de Balle
Brüssel ist bei Antiquitäten- bzw. Flohmarktliebhabern bekannt und beliebt. Jeden Sonntag erstreckt sich ein riesiger Flohmarkt am Place de Jeu de Balle, der jedoch bereits in Sablon beginnt. Angeblich gibt es auch Schnäppchen, um diese zu erwischen sollte man jedoch bereits am frühen Morgen (manche sprechen von 6 Uhr morgens) dort sein, der Flohmarkt endet gegen 14 Uhr.
Place Jeu de Balle, Brüssel
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6. Besuch im Atomium
Das Atomium ist eigentlich weder witzig noch einen Besuch wert. In den umliegenden Bars kann man zumindest nach dem Besuch auf ein Bier gehen, Auswahl hat man ja genug. Bei genauerer Überlegung, sollte man eigentlich schon vorher auf ein Bier gehen: empfehlenswert: Kriek (schmeckt wie Saft, ist aber Kirschbier).
Atomium: Atomiumsquare, Brüssel
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7. Ausflüge ans Meer oder einfach nach Amsterdam
Hast du diese Tipps befolgt und findest immer noch, dass Brüssel die langweiligste Hauptstadt Europas ist, bleibt dir wahrscheinlich nur mehr die Flucht in andere Städte. Oostende, Blankenberge und Knokke befinden sich allesamt am Meer und eignen sich hervorragend für einen kleinen Wochenendausflug. Brügge ist tatsächlich eine wunderschöne Stadt (in Belgien!) die immer wieder mit Venedig verglichen wird (was natürlich völlig übertrieben ist) und nicht weit von Brüssel entfernt. Der beste Tipp: von Brüssel aus ist Amsterdam einfach zu erreichen, am Wochenende kostet ein Hin und Rückfahrticket nur 40 Euro.











Oh ja, das Delirium ist einfach super, v.a. darf man dort noch rauchen. Besonders nett ist es an der Bar im Erdgeschoß, einfach stundenlang den Kellnern beim seltsam anmutenden Bierzapfen zusehen.
Das Atomium ist eigentlich nur wegen der Ausstellung interessant, der Ausblick ist angesichts des Dauerregens sowieso nicht wirklich beeindruckend. Für die Rolltreppen sollte man allerdings etwas schwindelfrei sein.
Und wenn man schon in Brüssel ist, sollte auch ein Besuch im Europäischen Parlament nicht fehlen – auch wenn man das Gefühl hat, schon alles gesehen zu haben. Besonders interessierte (Klein-)Gruppen mailen ein paar Wochen vor dem Besuch Abgeordneten des Parlaments und gehen mit ihnen auf ein Bier und lassen sich in die doch auch faszinierende Welt europäischer Politik entführen.
Eine relativ preiswerte Unterkunft ist das Hotel Albert in der Rue Royale Ste Marie mit direkter Anbindung an den Flughafen. Wenn man Glück hat, ist das Hotel ausgebucht und man wird in die schönere und größere Residence upgegradet (natürlich kostenlos).
danke für den hotel-tipp
Das stimmt natürlich, das Europaparlament ist einen Besuch wert: Führungen sind natürlich kostenlos und von Mo-Do (10 – 15 Uhr) und freitags (nur 10 Uhr) möglich; einfach hingehen, Voranmeldung ist nicht nötig!
Nach dem Besuch des EP rate ich zu einem Glas Wein oder Bier am Place Lux, hier kann man EU-Luft schnuppern und Abgeordnete oder sonstige Mitglieder des Parlaments treffen. Am Place Lux trifft man sich im “Pullmann”: hier wimmelt es vor motivierten EU-Praktikanten, Abgeordneten, Übersetzerin, Kommissionsmitgliedern u.s.w
Übrigens I: das Atomium gehört zu den ungewöhnlichsten Bauwerken der Welt, und ist mit seinen 100 Metern Höhe auch noch äußerst beeindruckend. Seit der Vollsanierung lohnt sich auch das Innere wieder.
Übrigens II: in Brüssel gibt es weniger Regentage/Jahr als in München, Mailand oder New York.
sag ich ja; Brüssel ist besser als der Ruf der Stadt
@David
Vor allem kannst du im Atomium einfach gut essen und die herrliche Aussicht genießen
Ich finde, der Bericht klingt zu negativ. Ich selbst wohne nun seit einem Jahr in Brüssel und muss das mit dem Wetter einfach verneinen.
Bis jetzt war ich eher positiv überrascht wie wenig Regentage es doch gab (klar, es hängt natürlich auch immer davon ab woher man aus Deutschland kommt). Außerdem erstreckt sich der Flohmarkt jeden Tag auf dem Place de Jeu de bal und nicht nur Sonntags. Sonntags dagegen befindet sich bei Gare du Midi(soweit ich das mitbekommen habe) der größte im Freien liegenden Lebensmittelmarkt Europas. Desweiteren würde ich auch den Jubelpark erwähnen, der mit seinem Arc Triomphe einen außergewöhnlichen Charme ausstrahlt, vor allem an schönen Sommertage. Aber am meisten faszinieren mich die verschiedenen Architektur-Stile. Man sieht eindeutig die Einflüsse der französischen Architektur, der holländischen, des Industiralismus und Jugenstils. Leider, geht das alles etwas unter dem Dreck unter. Achja und das Musikmuseum ist auch ein Augenschmauß
Finde den Berichjt super! Offen, ehrlich, ohne künstlichen Schi -Schi ” beiendruckend” und anderen Quatsch,den eigentlich kein Mensch braucht!